In Hamburg lässt sich viel entdecken zu Baugeschichte & Kunstwerken

 

Touren:

1// Hamburg und seine Gänge: Auf in die Neustadt!

Gängeviertel, morsche Fachwerkbauten und Häuserzeilen, dicht an dicht mit kleinen Höfen, engen Twieten und schlauchartigen Gängen: Bei diesem Rundgang kommt man nicht nur an historischen Ecken und Kanten vorbei, sondern entdeckt auch, was daraus geworden ist und wie sich die Neustadt zum modernen Viertel entwickelt hat. Wo sind die jüdischen Synagogen geblieben, wo hat Arthur Schopenhauer gewohnt und was hat die KPD in den Kohlhöfen gemacht? Man sieht nach oben und unten, ortet Fabelwesen und interessante Medaillons, die man im Vorbeigehen locker übersieht. Die neuen Läden von kreativen Köpfen gilt es ebenso zu entdecken wie die Currywurst auf dem Großneumarkt.


2// Ottensen – Industriecharme mit Patina

Einstmals hämmernde Industrie mit bedeutendem Fischkonservenumsatz mit interessantem Flair: Kreativagenturen, Kunstgalerien, Loftwohnungen sind hier eingezogen. Alle Altersklassen sind hier vertreten und wohnen in einem quirligen Viertel. Doch mancher Alteingesessene überlegt durchaus, an den Stadtrand oder aufs Land zu ziehen. Warum? Und was bedeutet ,Gentrifizierung‘ heute? Die Zeisehallen schauen wir uns ebenso an wie den Borselhof, die Ottenser Hauptstraße und auch den Spritzenplatz. Und was steht als mahnendes Denkmal vor der ,Fabrik‘? Wo liegt der ,Kemal-Altun-Platz‘? Die ,Mottenburger*innen‘ hatten eine geringere Lebenserwartung – woran hat das gelegen?


3// Blick zurück in die Zukunft: Wohnen – Leben – Arbeiten in HafenCity und Speicherstadt

Hier wird der Innenstadtbereich um mehr als 40 Prozent erweitert: Schaulustige, Architekt*innen, Neu-Zugezogene, Büroleute staunen gleichermaßen über dieses mittlerweile langjährig international beobachtete Bauprojekt namens HafenCity. Erstmals seit über 120 Jahren wird an dieser Stelle wieder Wohnraum erschlossen. Wohnen, Leben, Arbeiten ist nun direkt an der Elbe wieder möglich und verschiedene Quartiere sollen vielseitigen Ansprüchen gerecht werden. Es war ein ehemals lärmender Hafen, in den Achtzigern quasi noch Tabuzone, doch jetzt – angereichert mit kulturellen Veranstaltungen, exklusiven Geschäften, speziellen ‚Leuchtturmprojekten‘ und internationaler Architektur – ist es spannend geworden, das Wohnen am Wasser – nicht nur in Hamburg. Ein Thema, das polarisiert! Demgegenüber steht die ‚Schatzkästchenarchitektur‘ mit neuesten technischen Errungenschaften – zumindest fürs 19. Jahrhundert. Entdecken Sie bei diesem Rundgang mit kritischer Betrachtung Verwunderliches, praktische Lösungen und historische Begebenheiten. Und was hat es da nun im glorreichen Hamburg mit dem Thema Ausbeutung auf sich?

 

Kesselhaus Speicherstadt


4// Schanzenviertel – Schlachthof & Spaßmeile. Mit Ausblick aufs Karoviertel

Schanzenviertel bis vor wenigen Jahren noch als typischer Arbeiterstadtteil. Heute bestimmen Zugezogene, die Alternativszene, umgenutzte Fabriken, schicke Restaurants und viele Neubauten die Szenerie um das Schulterblatt. Die Galerie der „Schlumper*innen“, die sich auf dem Gelände der alten Rinderschlachthalle befindet, kann man sich beispielsweise am Freitag oder Sonnabend ansehen. Das Karoviertel mit der mittlerweile bekannten Marktstraße bietet Kauffreudigen unkonventionelle Designertrends.


5// Elbidylle im kleinen Stil: Häuser zwischen Strand und schmalen Vorgärten

Neumühlen, Övelgönne und der Museumshafen – beliebtes Ausflugsziel für einen Sonntagsspaziergang entlang der Elbmündung, auf dem Weg nach Blankenese. Der Ausblick vom Altonaer Balkon zeigt: Die „Perlenkette“ wird hier weitergeführt, ein historischer Kontrastpunkt zur HafenCity. An dieser historischen Häuserzeile kann man gedanklich in vergangenen Zeiten schwelgen. Die nicht allzu großen Gebäude lehnen idyllisch am Elbhang. Eine Attraktion ist der seit 1976 existierende Museumshafen.


6// Historische Wohnkultour: Gründerzeit und Jugendstil in der Hansestadt

Ja, ist das denn noch zeitgemäß?? Das „Generalsviertel“ im Bezirk Eimsbüttel ist das Wohngebiet, deren Straßen mit ihrem Namen an preußische Generäle erinnern. Die Straßen des Viertels sind nach (nur männlichen!!)  preußischen Generälen benannt (Bismarckstraße, Gneisenaustraße, Kottwitzstraße, Wrangelstraße, Roonstraße, um nur einige zu nennen). Es zeichnet sich im Wesentlichen durch eine einheitliche Baustil-Struktur des Historismus und des Jugendstils aus. Auch die zwölf Grindelhochhäuser am Grindelberg gehören unbedingt zur Architekturgeschichte, waren sie doch die ersten Hochhausbauten über 15 Stockwerke nach 1945 in Deutschland überhaupt. Grindel bedeutet übrigens Wald, und das ursprünglich dort angesiedelte Kloster Harvestehude benannte einen zugehörigen Hof danach.


7// Spuren des Reichtums: Pfeffersäcke und ihre Kontore

Worauf gründet sich eigentlich die Prosperität dieser Hafenstadt? Ein kurzer Einblick in die noch heute aktuelle und sogar wieder erstarkte Bedeutung des Hansebundes verdeutlicht Hamburgs Stellung. Das Rathaus sowie etwa die Börse und auch die Patriotische Gesellschaft haben nicht nur markante architektonische Bedeutung. Die ursprünglich mittelalterlich geprägte Altstadt war bis Ende des 19. Jahrhunderts noch dicht besiedelt: Wo um die Jahrhundertwende noch Hafenarbeiter in Hafennähe gewohnt haben, ist ein ausgeprägtes Geschäftsquartier entstanden, das bis zur Elbe vorrückt und die Entwicklung von der Kaufmannsstadt mit den mächtigen Reedereien zur Dienstleistungsmetropole vor Augen führt. Gängeviertel wurden abgerissen, zigtausende Menschen umgesiedelt, Rathaus, Hauptbahnhof und Mönckebergstraße neu gebaut. Der Große Brand etwa spielte bei der Neugestaltung eine entscheidende Rolle. Auf dem Areal zwischen Steinstraße und Meßberg rund um den Burchardplatz wurde verstärkt eine sogenannte Citybildung vorangetrieben. Dichte Geschäftsbebauung in dunkelrotem Backstein prägt das Bild. Baustile vom Kolonialismus über nationalsozialistisches Gepräge bis in die Gegenwart hinein: Hamburg hat es schon immer verstanden, sich den „Gegebenheiten“ anzupassen und zum Vorteil für sich auszubauen. Money makes the world go round. Das gilt nach wie vor in der Hansestadt.


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